Los Tres Viajantes: Steffi, Tim + Jonas in Südamerika
Los Tres Viajantes: Steffi, Tim + Jonas in Südamerika     

Offiziell ist Chile von oben nach unten in 14 Regionen eingeteilt. Für unsere Website machen wir es etwas einfacher und teilen das Land in "Nord" (Region 1-3), "Mitte" (Region 4-5), "Seengebiet" (Region 6-10 inkl. Santiago) und "Patagonien & Feuerland" (Region 11+12, gemeinsam mit dem argentinischen Teil Patagoniens und Feuerlands).

Da wir nun die Atacamawüste und auch die Pazifikküste verlassen haben und uns in den Wein- und Pisco-Bergen von Pisco Elqui befinden, ist dies ein guter Moment, die Rubrik "Chile Mitte" aufzumachen.

Pisco Elqui

Auf der Höhe von La Serena verlassen wir die Panamericana und fahren 100km landeinwärts ins Valle del Elqui. Ein schönes Tal voller Weinreben, grüner Bäume und klarer Bäche. Es duftet intensiv nach Holz und Eukalyptusbäumen - welch ein wohltuender Kontrast zum Sand der Atacama-Wüste.

Im verschlafenen Örtchen Pisco Elqui richten wir, verwunschen zwischen dichten Bäumen und direkt an einem plätschernden Fluss, unser Lager ein. Zuvor war eine Begehung zu Fuß notwendig, denn die Straßen sind hier so steil und eng, dass ich lieber vorher weiß, ob ich mit dem Gelben auch durchkomme.

Beim Routine-Check unseres Autos gibt es weiterhin keine ernstzunehmenden Mängel. Stattdessen werden ein paar 'Verbesserungen' vorgenommen: Der von Jonas Spielzeugautos stark beanspruchte Tisch erhält kurzerhand einen Überzug aus Steinschlagfolie aus unserer Bordwerkstatt. Außerdem richte ich die lose Antenne - ...und breche sie dabei ab. Naja, hier gibt es eh fast nie Radioempfang.

nördlich von Santiago

Nach unserem "Ausflug" ins Elqui-Tal fahren wir zurück auf die Panamericana, die hier relativ nah an der Küste schnurstracks nach Süden verläuft. Als Übernachtungsstationen suchen wir uns verschiedene nette kleine Örtchen an der Küste aus, die jeweils nach 30-50km auf Schotterpisten zu erreichen sind. Mal sind es riesige, sandige Strände, mal neblige Felsküsten, mal auch ein heide-artiger grüner Buschwald hinter den Dünen.

Eines Tages passiert es: ich steuere frohen Mutes auf einen schönen Stellplatz direkt am Strand zu, wundere mich noch, warum der Gelbe so schwerfällig wird und - zack - haben wir uns im extrem feinen, weichen und vorallem bodenlosen Sand festgefahren. Ein Rückwärtsfahrversuch tut das Übrige, um uns noch tiefer einzugraben...

Nun gibt's zwei Möglichkeiten: Viel graben, Matten unterlegen und Glück haben oder auf fremde Hilfe hoffen... Nun, wie es der Zufall so will, kommt ein Mann um die Ecke, der eigentlich gerade seine Flasche Wein zum Mittag öffnen wollte. Er ist - kein Witz - im Besitz eines Baggers, den er sogleich holt, um uns zu bergen. Ein Stahlseil an unserem Heck und seiner Schaufel und unser Malheur ist in Sekunden geregelt... Um eine Erfahrung reicher stellen wir uns dann auf festeren Grund und haben gelernt: Sand in argentinischen Nationalparks oder bolivianischen Schotterstrecken ist nicht gleich feiner Sand am Strand.

Nun, ca. 100km vor Santiago verlässt die Panamericana die Küste und verläuft im Landesinneren auf die Hauptstadt zu. Bevor wir nach Santiago fahren, nutzen wir diese Kurve und fahren direkt über den Paso Cristo Redentor, passieren das Skigebiet Portillo, fahren über die argentinische Grenze vorbei am Aconcagua (dem mit 6.969m höchstem Berg Südamerikas) bis nach Mendoza. Die Fahrt hat einiges zu bieten - morgens waren wir noch am Pazifikstrand, mittags geht es dann über 25 Serpentinen steil bergauf, Schneetreiben setzt ein und wir passieren einen Sessellift mit Skifahrern und abends sitzen wir zwischen Weinreben mit Blick auf schneebedeckte Berge auf argentinischer Seite.

Zwei Sätze zur Grenzabwicklung kann ich mir auch diesmal nicht verkneifen, das Procedere ist wieder ein kleines Rätsel. Am ersten Schalter erhält man ein Papier, das am zweiten Schalter gestempelt wird, am dritten Schalter kommen weitere Stempel hinzu (aber nur wenn die vom zweiten Schalter schon drauf sind) und ein paar Kilometer nach der Grenze wird es von einem vierten Posten wieder eingesammelt (neben der normalen Stempelei in den Reisepässen). Dieses Papier ging auf einer der vielen Stationen verloren, wir bekamen dann aber handschriftlich ein neues, was von den nachfolgenen Posten auch akzeptiert wurde. Sprich: Kein Papier geht nicht, selbstgschriebenes Papier geht...

Und schon sind wir in Mendoza.

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© Tim Voges