Los Tres Viajantes: Steffi, Tim + Jonas in Südamerika
Los Tres Viajantes: Steffi, Tim + Jonas in Südamerika     

Mendoza

In Mendoza dreht sich alles um Wein. Und schon die Hinfahrt über den Paso Cristo Redentor, bzw. Los Libertadores, ist ein Highlight. Also fahren wir von Chile auf einen Abstecher nach Argentinien und machen in Mendoza Halt (unsere Wäschetasche musste außerdem gaanz dringend in die dortige Lavanderia). Von unserem Stellplatz am Standtrand wollen wir mit dem Taxi (und der großen Wäschetasche) in die Stadt, doch in dem verschlafenen Vorort fährt kein einziges Taxi und leider ist es nicht so wie in Peru, wo uns längst ein privater Hobbytaxifahrer seine Dienste angeboten hätte. Zufällig kommt ein Bus und wir steigen ein, ohne zu wissen, wo er hinfährt und was er kostet. Bezahlt werden muss am Automaten, mit Münzen die wir nicht haben, doch spontan steht eine Frau auf und lässt uns auf ihrer Karte mitfahren. Danke! Der Bus fährt einen Zickzack-Kurs durch die Siedlungen, doch am Ende landen wir tatsächlich im Zentrum. In der Stadt finden wir einen tollen Anbieter, der uns eine private Wein-Tour durch mehrere Bodegas zusammenstellt (mit Fahrer und ohne eigenes Auto hat das doch seine Vorteile). Jedes Weingut hat seine ganz eigene Philosophie und natürlich entsprechende leckere 'Produkte'. Bis zum Nachmittag haben wir viel über Malbec und Torrontés gelernt (teilweise haben die Weingüter noch sortenreine Rebstöcke von 1928), das wir anschließend durch den Genuss der zahlreichen Probiergläser (waren es 15?) wieder vergessen haben :-)

Anmerkung: Die Bilder sind nicht ganz in der richtigen Reihenfolge, lassen sich aber wegen des langsamen WiFis nicht sortieren.

 

In Mendoza treffen wir auch Axel, der ab sofort unser Mitfahrer ist. Axel ist der Markenname unseres neuen Heizlüfters, der uns in kühlen Nächten an Stellplätzen mit Stromanschluss einheizen wird und unsere Gasvorräte schont.

 

Dann verlängert sich unser Aufenthalt auf argentinischer Seite unplanmäßig: Zunächst fahren wir wieder den Pass hinauf bis kurz vor die chilenische Grenze. Es herrscht schönstes Wetter und 22 Grad und wir übernachten an der "Puente del Inca", einer natürlichen Felsbrücke über den Rio Mendoza, an der sich schon die Incas in den heissen Quellen entspannt haben.

Die Nacht wird stürmisch, es pfeift und rumpelt wie nie, der Gelbe wird von den Böen ordentlich durchgeschüttelt. Zudem setzt Schneeregen ein und mehrmals schaue ich nachts aufs Außenthermometer, um hier auf freiem Feld nicht einzuschneiden: 5 Grad plus, Schneeregen, alles ok. Am nächsten Morgen dichter Nebel, die Temperatur steigt nicht, sie fällt. Wir fahren die letzten 500 Höhenmeter bis zum Grenztunnel nach Chile und aus Regen wird Schnee. Außer uns ist niemand auf der Straße, daher ahnen wir schon: Die Route ist weiter unten schon gesperrt. So ist es dann auch: Sperrung vor dem Tunnel, heute kein Durchkommen nach Chile. Da der Tunnel in dieser Richtung bergauf führt und die chilenische Seite noch höher liegt, ist der Schnee dort wahrscheinlich auch noch stärker.

Also bleibt uns nichts anderes übrig, als die Passstraße 70km wieder herunterzufahren und in Uspallata (von uns der Einfachheit halber Upsalla genannt) auf besseres Wetter zu hoffen. Hier unten ist besseres Wetter (25 Grad, Sonne), so machen wir spontan eine kleine Mountainbiketour mit Kindersitz (keine Angst, nicht downhill ;-))

Auch den nächsten Tag müssen wir noch "ausharren", kein Durchkommen nach Chile. Wir machen eine große Rundfahrt durch die Berge über 70km rustikale Schotterpiste - aber mit eindrucksvollen Ausblicken.

Dann schließlich wird der Pass wieder geöffnet. Die Herausforderung: Niemand weiß, ob und wann der Pass genau geöffnet wird und auf dem großen LKW Aufstellplatz in Uspallata haben sich inzwischen an die 500 (!) LKWs angesammelt, die auch alle über den Pass nach Chile wollen. Teilweise kommen sogar LKWs aus Paraguay, die letztlich den Pazifikhafen in Valparaiso erreichen wollen.

Also stehen wir täglich um 06:30h auf und fragen den örtlichen Polizeiposten (und das Internet) nach der aktuellen Lage auf der Passhöhe. Und in der Tat: Heute um 09:00h wird der Pass geöffnet! Also hurtig hinaufgefahren. Und dann setzt sich auch schon die LWK Kolonne in Gang. Nur Minuten später und wir wären in einem unendlichen LKW Stau verloren gewesen...

Die Grenzformalitäten haben dann mal wieder zweieinhalb Stunden in Anspruch genommen, aber das kennen wir ja jetzt schon (4 Schalter, viermal Warten). Am Ende kommt die chilenische Fruchtkontrolle, diesmal in Form von zwei Beamten mit dreckigen Schneeschuhen in unser Mobil und durchsucht es halbherzig. Verbotene Zitronen, Honig, Milch haben sie aber nicht gefunden :-)

 

Zurück in Chile geht es weiter mit unserem Abstecher auf die Osterinsel und später mit der Fahrt durch das Seengebiet (=südlich von Santiago)

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© Tim Voges