Los Tres Viajantes: Steffi, Tim + Jonas in Südamerika
Los Tres Viajantes: Steffi, Tim + Jonas in Südamerika     

Verschiffung

Die Verschiffung unseres Roadmasters ist zwar noch nicht Teil der Reise, aber trotzdem schon erstes "aufregendes Element". Immerhin mussten wir das Auto unverschlossen zwischen tausenden anderen Fahrzeugen im Antwerpener Hafen stehenlassen und das System dahinter (woher wissen die, welches Auto mit welchen Schiff wohin soll und dass ich der Besitzer bin, dem es wieder ausgehändigt wird) hat sich uns auf die Schnelle nicht wirklich erschlossen...

Ein paar Eindrücke vom Hafen Antwerpen (Fotografieren war natürlich verboten)

Grimaldi Lines

"Grande Colonia" - ein anderes RoRo Schiff, auch von der Grimaldi-Reederei

Fotogalerie: Antwerpen Euroterminal

Unter den zig LKW-Fahrern, die im Minutentakt dort einfahren und Fahrzeuge anliefern, geht man als Einzelanlieferer ziemlich unter (und ohne gelbe Warnweste ist man ein Nichts - zum Glück hatte ich eine :-)).

Das Auto wird dann gewogen und gescannt (quasi wie ein MRT im Krankenhaus, man sieht dann das ganze Auto in 3-D). Unsere volle Gasflasche wurde aber trotzdem nicht reklamiert (überhaupt hat sich niemand für den genaueren Inhalt interessiert, auch nicht, ob der Tank wie vorgeschrieben 1/4 oder doch 1/1 voll ist).

Dann geht es mit einem Geleitfahrzeug zum vorgesehenen Stellplatz. Dort blieb "Der Gelbe" dann stehen und wartet nun auf die Verladung.

Außer einem kopierten Zettel mit bestätigter Ein- und Ausfahrt (bzw. dann zu Fuß) erhält man nichts. Das war auch schon die ganze Prozedur. Welche Aufgabe da genau von unserer Agentur Seabridge, bzw. dem lokalen Logistiker Herfuerth erledigt wird, blieb mir bis jetzt unklar...

Später braucht man dann noch ein Taxi zurück zur Stadt, welches vom Grimaldi-Terminal mit € 50,- zu Buche schlägt.

irgendwo, hinten links...

28.06. Heute berichten wir euch vom weiteren Verlauf der Verschiffung, bzw. im speziellen von der Entwicklung der Abholung des Autos.

Die Verschiffung, bzw. der Ablauf bei Ankunft im südamerikanischen Hafen, nimmt in vielen Blogs und Websites von Südamerikareisenden einen eigenen Punkt ein und viel wurde schon darüber geschrieben (siehe auch bei unseren Link-Empfehlungen). Wir wollen euch unsere persönlichen Erfahrungen nicht vorenthalten:

Gebucht über: Seabridge Düsseldorf („Shipper“)

Reederei: Grimaldi (die einzige die RoRo nach Buenos Aires/Zarate fährt)

Logistiker in Antwerpen (Beladung): Herfurth

Zoll-Clearance in BA/Zarate: Plate Logistics

Hafen: Zarate, 100km nördlich von Buenos Aires, BA selbst wird mit RoRo Schiffen nicht angefahren. Neben der Kleinstadt Zarate wurde ein Retortenhafen ins Nichts gebaut, der mehr Platz bietet. Gerüchten zu folge ist dies der größte PKW Umschlagplatz Argentiniens.

 

Das Schiff der Grimaldi Reederei „Grande Cameroon“ war ursprünglich für den 19.6. in Zarate terminiert. Schon die Beladung und Abfahrt in Antwerpen verzögerte sich jedoch um drei Tage (31.5. statt 28.5.).

Wir sind am 16.6. nach Buenos Aires geflogen, um einige Tage Zeit zur Erkundung der Stadt zu haben und auf jeden Fall bei Ankunft des Schiffes vor Ort zu sein, da Standzeit des entladenen Autos im Hafen Gebühren kostet.

Schon bald war absehbar, dass das Schiff am Mittwoch 19.6. noch nicht da sein wird. Nicht schlimm, Buenos Aires hat ja viel zu bieten und unser Hotel ist großzügig, zentral und bezahlbar.

In der Zwischenzeit haben wir Gelegenheit, die Formalitäten zur Autoabholung mit dem örtlichen Logistiker Plate Logistics in Buenos Aires zu regeln. Im Prinzip kann man die Abholung im Hafen auch selbst ohne fremde Hilfe erledigen, wir fühlen uns aber doch wegen der bescheidenen Spanischkenntnisse besser mit professioneller Hilfe. Diese schlägt in Summe mit $ 1.030,- zu buche, zusammenbesetzt aus diversen Zoll-, Lade-, und Servicegebühren.

 

Nun wird das Schiff für Donnerstag 20.6. oder Freitag 21.6. angekündigt. Allerdings ist am Donnerstag ein Feiertag und am Freitag dann ein Brückentag, so dass auch bei eingelaufenem Schiff die Abholung damit erst am Montag den 24.6. möglich wird.

Also packen wir am Sonntag 23.6. unsere sieben Sachen (3x 23kg Flug-Koffer + 3x 8kg Handgepäck + 15 kg Sohn) und ziehen von Buenos Aires nach Zarate. Die Geschichte der Fahrt lest ihr weiter oben.

Sonntagabend 23.6. erschöpft in Zarate angekommen, erfahren wir, dass das Schiff auch am Montag 24.6. nicht da sein wird (das war uns durch die Tracking-Möglichkeit der Schiffsrouten auf MarineTraffic.com eigentlich schon klar).

Zunächst werden wir auf Dienstag vertröstet (auch dies war von vorn herein unrealistisch, da die aktuelle Position noch viel zu weit weg von Zarate war), dann auf Mittwochmorgen. Mittwochmittag sehen wir die Grande Cameroon dann tatsächlich einlaufen. Damit ahnen wir auch schon, dass ein Entladen und Abholen am Donnerstag (27.6.) nicht mehr klappen wird.

So kommt es dann auch. Unser Abholtermin ist nun abermals verschoben auf Freitag 28.6. 09:00h.

Wir treffen uns mit der örtlichen Agentin im Hafen, ich fülle fünf Minuten ein Formular aus uns reiche Pass, Zulassung, Führerschein und Bill of Lading im Original ein. Danach heisst es, der Zoll brauche nun bis 12h, um diese Unterlagen zu bearbeiten. Um 12h bekomme ich meine Originale zurück und nun wird verkündet, dass wir erst ab 15h zur Abholung könnten, weil im Hafen die Entladung noch nicht abgeschlossen sei. Um 15h ist zunächst der entscheidende Schalter geschlossen, eine handschriftliche Notiz sagt „komme gleich wieder“, daneben das offizielle Schild „geöffnet 09-17h“ und ein Zertifikat für Service-Qualität... Um 15:40h ist das „gleich“ vorbei und der Schalter wieder besetzt. Nun werden wir informiert, dass aufgrund „der vielen Schiffe“ die entladenen Fahrzeuge noch nicht im Zollsystem hinterlegt wurden und daher eine Einfuhr noch nicht möglich ist.

Zu den „vielen Schiffen“ ist zu sagen, dass Zarate kein Hafen im eigentlichen Sinne ist, sondern eine Kleinstadt am Rio Paraná und am Flußufer ein Pier für max. drei Frachtschiffe errichtet wurde (es gibt keine Hafenbecken und nur zwei Kräne, die Schiffe müssen Container mit den Bordkränen entladen). Selbst die drei Schiffe scheinen aber die örtliche Logistik bei weitem zu überfordern.

Da die Ladung, also auch unser Auto, noch nicht im Zollsystem abrufbar ist, müssen wir nun den Abholtermin ein weiteres Mal verschieben. Es liegt dummerweise ein Wochenende dazwischen, so dass wir nun bis Montag in Zarate sind.

Montag also das gleiche Spiel: Treffen um 9h mit der Agentin im Hafen, wieder an den Schalter (er öffnet 09:30h...), dann wieder Kaffeetrinken, die Beamtin braucht Zeit zur Bearbeitung. Um 10h bekommen wir die Unterlagen zurück - inzwischen ein ganzer Stapel, feierlich mit einem Siegel gebunden - und wir dürfen ihn am Schalter gegenüber wieder abgeben. Dann wirds ernst, wir fahren zum Tor. Dort wieder aussteigen und an einem Schaltergebäude nochmals die Unterlagen und meinen Pass vorzeigen. Dann fahren wir IN den Hafen und ich sehe auch den Gelben! Die Agentin fragt mich ganz direkt, ob ich $100 für den Zoll hätte, meine bei meiner Nachfrage wozu genau wird ihr englisch plötzlich sehr brüchig. Für zuvorkommenden Service hätte ich den Betrag gerne freiwillig in die Kaffeekasse getan, aber so...

Im Hafen betreten wir nochmals ein Abfertigungsgebäude des Zolls, wieder warten. Dann der große Moment, ich darf zum Auto. Bis auf Kleinigkeiten ist alles unversehrt und unsere Stahlbox unter der Sperrholzverkleidung (mit all unserem Material) unentdeckt. Die Zusatzschlösser und die Verkleidung haben sich ausgezahlt. Eine Kontrolle findet nicht statt, ich kann direkt mit dem Auto vom Hafen fahren! (Details für Interessierte gerne per Mail über Kontakt).

Nun gehts los!

Wie es sonst so in Zarate ist, lest ihr im Kapitel "Argentinien Nord".

Nachtrag: Die Rückverschiffung ein halbes Jahr später findet über Montevideo statt und ist um einiges unkomplizierter.

Sechs Wochen später nehmen wir dann unseren Gelben unversehrt im Hamburger Hafen wieder in Empfang:

Rückkehr im winterlichen Deutschland

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© Tim Voges