Los Tres Viajantes: Steffi, Tim + Jonas in Südamerika
Los Tres Viajantes: Steffi, Tim + Jonas in Südamerika     

Rapa Nui - Die Osterinsel

Die Osterinsel – einer der mystischsten Orte der Erde. Warum? Zum einen ist diese kleine, einzelne, nur 20km große Insel in jeder Himmelsrichtung von 4000km Ozean umgeben, zum anderen stehen dort die rätselhaften, riesigen Steinfiguren „Moais“, tonnenschwer, die vor Jahrhunderten ohne jegliche technische Hilfsmittel aus dem Vulkanfels gehauen, transportiert und rund um die Insel aufgestellt wurden, bevor diese Kultur unter rätselhaften umständen untergegangen ist.

Wir gehen mit einem geliehenen 4x4 Jeep auf Erkundungsfahrt, unter anderem zum palmengesäumten Anakena-Strand und zum Steinbruch der Moai-Figuren, in dem noch heute unvollendete, über 10m große Exemplare liegen. Eine ganz besondere, geheimnisvolle Stimmung liegt über der Insel und jeder weiß um die ungelösten Rätsel der Vergangenheit der Insel.

Auch sonst ist diese Insel wirklich die sprichwörtliche „einsame Insel“ und hätten nicht damals US-Amerikaner für ihr Space-Shuttle hier eine (sehr große) Notlandebahn gebaut, die heute als Inselflughafen genutzt wird, würde man vermutlich gar nicht hier her kommen können. Sämtliche Waren werden von Valparaiso per Transportschiff hierher verfrachtet – wir haben den Kutter gesehen, nicht gerade das, was man „ein großes Schiff“ nennt. Eine Überfahrt dauert bis zu vier Wochen. Da es keinen Hafen (!) gibt, muss jeder einzelne Container vor der Insel, baumelnd am Bordkran, mitten im rauen Ozean, auf kleinere Lastkähne umgeladen werden, bevor er schließlich die Insel erreicht. Einheimische erzählen uns, wer ernsthaft krank wird, muss auf einen Ambulanz-Flugzeug warten, dass 7 Stunden aus Santiago braucht. Plötzliche Unfälle sollten also unterbleiben.

In der klitzekleinen Bucht für die Außenboarder-Boote der Tauchbasis schwimmen Ein-Meter große Wasserschildkröten herum.

 

Wir fahren auf rumpeligen Vulkanstein-Pisten, umgeben von rot blühenden Bäumen und Unmengen von wilden Pferden. Abends essen wir in kleinen Freiluft-Restaurants mit Blick aufs Meer und den Sonnenuntergang. Ein echtes Paradies. Auch hier gibt es allerdings Mangelerscheinungen: z.B. an Bargeld, denn der einzige Geldautomat der Insel wird seit zwei Tagen fieberhaft repariert, was die örtliche Insel-Ökonomie empfindlich triftt. Niemand kommt an Geld. Paypal-Überweisungen per Web und unsere Dollar-Reserven verschaffen uns Abhilfe. Auch die Kommunikation ist eingeschränkt, es gibt keine Kabelverbindung zum Festland und jegliche Verbindung zum Rest der Welt erfolgt über eine Sattelitenverbindung, die tagsüber dementsprechend überlastet ist.

Nach einigen Tagen sind wir zurück auf dem Festland und um eine einmalige Erfahrung reicher.

An dieser Stelle ein Wort zur Logistik: Jonas hat den 5-Stunden Flug mit Bravour mitgemacht, "Findet Nemo" auf englisch im Bordprogramm sei dank.

Eine wichtige Frage für uns war natürlich: Wo lassen wir unser Wohnmobil, während wir auf der Osterinsel sind? Eine schwierige Frage, ist der Gelbe doch mehr als ein Auto, er ist "unser Zuhause" (mit sämtlichen Habseligkeiten für ein halbes Jahr, sowie Laptops, Geld, Kreditkarte, ...). Gar nicht so einfach, einen Stellplatz zu finden - ein Tippgeber aus einem Forum antwortete zu spät, die Parkplätze am Flughafen sind auf 2,30m Höhe limitiert und teuer, ein LKW Stellplatz war eher abgelegen und erschien daher unsicher. Was tun? Wir haben uns auf Google-Earth die Umgebung des Flughafens Santiago angesehen und entdeckt, dass das Airport-Hilton einen eigenen Parkplatz hat. Also haben wir hier eingecheckt, tagsüber hat Jonas dann noch in vollen Zügen die Pool-Landschaft genossen, wir haben uns vom Hotelshuttle zum Flughafen bringen lassen und dann das Auto einfach dort stehen lassen. Das Hotel war vielleicht etwas teurer, aber dafür mit erstklassig bewachtem Gratis-Stellplatz. Für uns optimal gelaufen. (Zusätzlich hatte ich übrigens mächtig nach Alarmanlage aussehende Blink-LEDs an den Türen montiert, die ich für € 2,50 in der Modellbauabteilung von Conrad-Electronic erworben hatte).

Bei der Rückkehr zunächst ein Schreck: Das Auto ist wohlbehütet auf dem Parkplatz, doch die mit Zusatzschloss gesicherte Schiebetür lässt sich partout nicht öffnen. Selbst mit einem Hammer bewegt sich das außen angebrachte Schiebeschloss keinen Millimeter. Sollten wir den Rest der Reise auf unsere Haupt-Tür verzichten müssen? Klar ist: wirklich fest zu gehen die "Thule Qualitätsschlösser". Aber nach einigen Wochen im Einsatz, auch bei Staub und Dreck, leider nicht mehr auf. Erst mit sehr viel WD40 Sprühöl und dem Hammer können wir das Auto öffnen.

Schon sind wir wieder auf der Panamericana und fahren Richtung Seengebiet.

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© Tim Voges